Paulus-Haus Jerusalem

Wenn man die Jerusalemer Altstadt durch das Damaskustor verlässt, fällt der Blick auf ein eindrucksvolles historisches Gebäude – das Paulus-Haus. Wie schon zur Zeit seiner Gründung vor über 100 Jahren beherbergt das Gästehaus auch heute wieder Pilger aus Deutschland und der ganzen Welt. An der Schnittstelle zwischen West- und Ost-Jerusalem ist das Paulus-Haus längst nicht mehr nur ein Pilgerhospiz, sondern auch ein Begegnungsort der Kulturen. Das monatliche Programm aus Vorträgen, Lesungen und Konzerten bringt Gäste und Einheimische zusammen und schafft Perspektiven friedlicher Koexistenz. Von 1989 bis 2018 wurde das Paulus-Haus von Maria-Ward-Schwestern geführt. Seit Sommer 2018 liegen Trägerschaft und Leitung in den Händen des DVHL.

Das Paulus-Haus blickt auf eine lange Geschichte zurück. Ende des 19. Jahrhunderts regte Pater Wilhelm Schmidt den Bau eines Pilgerhospizes in Jerusalem an. Kaiser Wilhelm II. unterstützte diesen Plan und ermöglichte es dem Deutschen Verein vom Heiligen Lande, ein Grundstück vor dem Damaskustor zu kaufen. 1904 wurde der Grundstein für das Pilgerhospiz gelegt, das 1908 fertiggestellt wurde. Von 1917 bis 1948 diente das Paulus-Haus der britischen Militärverwaltung als Regierungsgebäude. Nachdem die Briten das Land verlassen hatten, erhielt der Deutsche Verein vom Heiligen Lande sein Haus zurück. Damals wurde entschieden, die bereits seit 1886 bestehende Schmidt-Schule in das Gebäude zu integrieren. Diese Schule für christliche und muslimische Mädchen wird vom Verein getragen und zählt zu den führenden pädagogischen Einrichtungen im Land. Nachdem für die Schule ein Neubau auf dem Gelände des Paulus-Hauses errichtet worden war, konnte das Hospiz 1979 erneut für Pilger geöffnet werden. Seitdem ist das Paulus-Haus wieder ein reines Gästehaus, in das Jahr für Jahr Hunderte deutscher Pilger kommen.

Das Paulus-Haus wirkt von außen wie eine feste Burg. Gleichzeitig ist es inmitten des pulsierenden Lebens von Jerusalem eine Oase der Ruhe und Erholung. Sobald man das Gelände betritt, ist von der Betriebsamkeit des nur wenige Meter entfernten Basars kaum noch etwas zu spüren. Das Haus empfängt seine Gäste mit dem Glockenschlag der über hundert Jahre alten hölzernen Standuhr und bietet auch im Hochsommer erfrischende Kühle, denn die dicken Mauern halten die Hitze ab.

Im Erdgeschoss geht es vorbei an unseren beiden Meetingräumen, die sich gegenüber dem Speisesaal befinden. In diesen Versammlungsräumen begrüßen wir die ankommenden Reisegruppen. Außerdem können die Gäste hier entspannen oder sich mit ihrer Gruppe treffen. Es stehen verschiedene Regale mit Reiseführern, historischer und belletristischer Literatur zur Verfügung.

Am Ende des Ganges befindet sich im Erdgeschoss die von Herrmann Gottfried gestaltete Egeria-Kapelle. Seit 2019 ist sie der frommen Egeria geweiht, der ersten Pilgerin im Heiligen Land. Die Egeria-Kapelle kann nach Absprache genutzt und besichtigt werden. Hier findet am Sonntagabend unser wöchentlicher Gottesdienst statt.

Schräg gegenüber der Kapelle liegt der 2019 eingerichtete Meditationsraum. Er bietet mehr Platz als die kleinere Egeria- Kapelle und kann ebenfalls für Gottesdienste genutzt werden. Für größere Gruppen ist er ein idealer Ort für Andachten und Gebete. Jeden Montag finden dort unsere „Montagsmeditationen“ statt, zu denen alle Gäste herzlich eingeladen sind.

In der ersten Etage des Paulus-Hauses kann der sogenannte Kaisersaal besichtigt werden. Auch wenn Kaiser Wilhelm II. das Paulus-Haus nie persönlich besucht hat – das im Kaisersaal befindliche Mobiliar wurde eigens für ihn angefertigt und er selbst hat es dem Gästehaus als Geschenk übergeben. Im stilvollen Ambiente dieses Raums finden unsere regelmäßigen Veranstaltungen statt.

In der zweiten und dritten Etage gibt es Zugang zu den Dachterrassen des Paulus-Hauses. Der Blick über die Altstadt ist beeindruckend und bleibt jedem Besucher in Erinnerung. Alle wichtigen Gebäude der Altstadt sind zu sehen: Grabeskirche und Erlöserkirche, Hurva-Synagoge und der Haram al-Sharif – das „edle Heiligtum“, auf dem sich der Felsendom und die al-Aqsa-Moschee befinden. Bis hinüber zum Ölberg geht der Blick, auf den Skopus-Berg, den massiven Turm der Himmelfahrtskirche und die Mormonen-Universität. Wenn abends die Sonne über der Altstadt untergeht, lässt sich auf der Dachterrasse bei einem Glas Wein wunderbar entspannen, während die Dächer in glühendes Licht getaucht werden und die Kuppel des Felsendoms golden über der Stadt leuchtet.

Nicht verpassen!

Im Untergeschoss des Paulus-Hauses ist ein kleines Museum zu finden, das wir gerne für Sie öffnen. Dort erhalten die Gäste Einblick in die lange Geschichte Jerusalems. Die Artefakte aus der Sammlung von Prälat Erich Läufer führen zurück bis in die Römerzeit. Außerdem gibt es zwei Tempelbergmodelle von Conrad Schick zu entdecken.

Im Erdgeschoss finden Interessierte unseren Shop, einen Souvenirladen, in dem geschmackvolle Andenken wie Olivenholz-Krippen, Rosenkränze, Schmuck und Filzschafe verkauft werden, die in sozialen Einrichtungen im Westjordanland hergestellt wurden.

Auf dem Gelände des Paulus-Hauses befindet sich außerdem die Schmidt-Schule, die als exzellente Deutsche Auslandsschule 500 arabischen Mädchen eine hochqualifizierte Schulbildung ermöglicht. Das angrenzende Görres-Haus beherbergt einen Vortragssaal und das Jerusalem-Büro des Deutschen Vereins vom Heiligen Lande.

Die zwischen Paulus-Haus und Schmidt-Schule gelegene St.-Paulus-Kirche wird ebenfalls für Gottesdienste, aber auch für Konzerte und andere Veranstaltungen genutzt. Sie ist sowohl über den Schulhof als auch durch das Paulus-Haus zugänglich.

Folgende Zimmer stehen Ihnen zur Verfügung

3 Einzelzimmer mit Bad und WC
27 Doppelzimmer mit Bad und WC
3 Dreibettzimmer mit Bad und WC


Maximale Gästeanzahl: 66

Im Tiefparterre stehen auf Anfrage maximal 10 Betten in Mehrbettzimmern zur Verfügung.

Service

Frühstücksbuffet
Auf Wunsch Mittagsbuffet
Abendsbuffet
Täglicher Zimmerservice

Auf Anfrage und gegen Bezahlung können wir Wäsche der Gäste zur Reinigung annehmen.

Diese Seite ist im Aufbau

Professor Dr. Ralf Rothenbusch ist seit 1. August 2021 Direktor des DVHL-Paulus-Hauses in Ostjerusalem.

Er ist somit für den Gästebetrieb sowie für Weiterentwicklung und Organisation dieses Begegnungsorts unmittelbar an der historischen Altstadt Jerusalems verantwortlich. Er übernahm das geschichtsträchtige Pilgerhaus in einer coronabedingt schwierigen Lage. Mittlerweile kann das Gästehaus wieder Besucher aus aller Welt empfangen.

​Ralf Rothenbusch studierte katholische Theologie in Würzburg, Córdoba, Freiburg im Breisgau sowie an der Hebräischen Universität Jerusalem. Neben der Bibel und ihrer Geschichte widmet er sich seit vielen Jahren dem Trialog zwischen Judentum, Christentum und Islam. In seiner Funktion möchte er durch Begegnung und Dialog an einer friedlicheren Zukunft der Menschen und Religionen im Heiligen Land mitarbeiten: „Für mich ist es eine besondere Herausforderung, mit Menschen, die nach Jerusalem kommen, die faszinierende Geschichte und die religiösen Überlieferungen der Heiligen Stadt zu entdecken, sie lebendig und erlebbar werden zu lassen.“

​In einer Videobotschaft erzählt Dr. Rothenbusch über sich, Jerusalem und die Zukunft des Gästehauses:

Fotogalerie